AG-Funk und Elektronik

Archiv 2017/18

Tag der offenen Tür an der B1

Am Samstag, 14.10.2015 fand von 09:00 bis 13:00 Uhr im Rahmen eines Tages der offenen Tür der Berufsschule B1 für Metall- und Elektrotechnik in Nürnberg Amateurfunkbetrieb an der Schule statt.

Circa 40 Besucher fanden am Tag der offenen Tür den Weg in den 7. Stock zur Schulstation DK0BSN.

In Raum 707 konnten verschiedene Elektronikprojekte der AG-Funk und Elektronik besichtigt werden (Roboterauto, Selbstbau Ground Plane -Antenne, Raspberry Pi, Maschinenspracheprogrammierung mit GCM-4,...).

Vom DARC e. V. (Deutscher Amateur Radio Club) und vom AATiS e. V. (Arbeitskreis Amateurfunk in der Schule) gesponsertes Infomaterial (Funk-Zeitschriften, Flyer) fanden rasch neue Besitzer.

Eine selbstablaufende Präsentation zu den Grundlagen des Amateurfunks (Vorschriften, gesetzliche Grundlagen, Zweck, Betriebstechnik, technische Möglichkeiten) konnte an einem Arbeitsplatz-PC autodidaktisch durchgearbeitet werden.

An einer Pinwand waren Amateurfunkabkürzungen, Landeskenner, Amateurfunk in der Schule und verschiedene QSL-Karten ausgestellt.

An der Clubstation konnten wir Demonstrations- und Ausbildungsfunkbetrieb auf KW (SSB, PSK31) und UKW durchführen.

Schülern und Besuchern der Berufsschule war es möglich mit Ausbildungsrufzeichen unter Anleitung von Amateurfunkausbildern auf KW und UKW zu arbeiten oder sich den Funkbetrieb anzusehen.

Die mittels PC decodierten PSK31 Signale haben wir (natürlich) per Funk über eine Entfernung von 15m auf einen WLAN-Beamer übertragen und im Eingangsbereich dargestellt, damit die Besucher bei weniger Gedränge, welches um die Clubstation herrschte, eine bessere Übersicht erhalten konnten.

Unterstützt wurden wir an der B1 wieder von Hajo, DL9NEE – einem ehemaligen Schüler und Antennenexperten - mit den Bereichen Selbstbauantennen, Digitalfunk, Ausbildungsfunk sowie Tom, DL8TW (Mitglied im Prüfungsausschuss der Bundesnetzagentur) mit den Bereichen Amateurfunk allgemein, Notfunk, Stromversorgungstechnik.

Auf Kurzwelle gelangen uns mit kleinsten Leistungen zahlreiche PSK31 Verbindungen und – mangels Zeit – nur eine Sprechverbindung in SSB zu John nach Irland.

Der überwiegende Teil der Funkverbindungen waren UKW-Sprechverbindungen über die örtlichen Relais DB0UN (Stadtrelais 145,650 MHz), DB0VOX (439,250 MHz), DB0AMB (Nennslingen 439,425 MHz).

Mit einer von Hajos Selbstbauantennen erreichten wir über das Relais auf der Wasserkuppe eine Funkstation im 250 km entfernten Nackenheim. Ausgangsleistung waren 3,5 W - also etwas mehr als die Sendeleistung eines Handys.

Projekt LED-Stationsuhr

Die LED-Stationsuhr zeigt mittels Siebensegmentanzeigen und 60 LEDs die aktuelle Uhrzeit und Temperatur.

Hier handelt es sich um ein Bausatzprojekt mit einem Arbeitszeitaufwand von ca. ein bis zwei Stunden.

Die Stromversorgung der Uhr geschieht über ein USB-Netzteil (5V). Zusätzlich ist eine CR2032 Batterie vorgesehen, die die Uhrzeit weiterlaufen läßt, wenn die 5 V - Versorgungsspannung ausfällt.

Lernziele: Arbeitsweise eines Multiplexers, Fertigkeiten im Löten üben, Widerstandsfarbcode

Antennenvergleichsmessungen im Unterricht

Am Fr, 22.12.2017 im Zeitfenster 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr führen wir mit im Unterricht selbstgebauten Antennen (Stabantenne, Dipol, Groundplane) Vergleichsmessungen durch.

Die Antennen befinden sich Indoor am Fenster und wir verwenden einen Antennenumschalter.

Wir senden im 70cm-Band mit kleiner 5 W - Ausgangsleistung.

Signalrapporte und QSOs sind jederzeit gerne willkommen.

09.01.2018 Aufbau Weltempfänger WE1

Beim WE1 handelt es sich um einen Bausatz der Firma ELV, den wir im aktuellen Workshop aufgebaut und in Betrieb genommen haben.

Mit dem Weltempfänger lassen sich Kurz- und Mittelwellenbereiche sowie UKW empfangen.
Durch eine Kombination aus klassischer Weltempfängerbedienung und modernem Schaltungsdesign (Digitaltechnik) ist ein schönes Gerät für den Einsatz im Kommunikationsunterricht an der B1 entstanden.
Die Abstimmung erfolgt hier nicht durch einen Suchlauf oder die Eingabe einer Frequenz, sondern durch die altbewährte Sendereinstellung mittels Drehpotentiometer (Wheel-Tuning mit Grobtrieb und Feineinstellung / zwei getrennte Potentiometer).

Integriert im Gerät sind:
-Ein eingebauter Lautsprecher,
-externer Lautsprecher- und
-Kopfhöreranschluss,
-ein Anschluss für eine externe Antenne,
-Klangeinstellung und
-eine Auto-Power-off-Schaltung.

Der Empfänger enthält den leistungsstarken hoch integrierten Empfängerchip SI4844 der hohe Empfindlichkeit auf MW, KW (bis 22 MHz) und UKW sicherstellt und den Aufbau vereinfacht.

Das Gerät erscheint im weitgehend gehäuselosen Pultdesign mit Wellenbereichsgrafik und analoger Senderwahl mit Feineinstellung, digitale Frequenzanzeige über LC-Display.

Betrieb erfolgt über Batterie, alternativ ist ein Betrieb an einem Netzteil möglich.

An den AM-Antennenanschluss für externe Antennen können vorzugsweise Loop-Antennen oder Drahtantennen angeschlossen werden.

Freie Plätze in der AG Funk und Elektronik

An der B1 Nürnberg gibt es nunmehr seit mehr als einem Jahr eine AG (Arbeitsgemeinschaft) Funk und Elektronik. Unsere Schulfunkstation DK0BSN feiert ihren ersten Geburtstag.

Ziel der AG Funk und Elektronik ist es, Schülern der B1 Nürnberg eine vertiefte, über den Lehrplan der Berufsschule hinausgehende, elektronische Grundbildung mit dem Schwerpunkt Funktechnik zu vermitteln und den Nachwuchs im Bereich Amateurfunk zu fördern.

Aktivitäten der AG Funk und Elektronik finden außerhalb des Unterrichts an der B1-Nürnberg statt.

Mit dem kommenden März 2018 beenden einige Mitglieder der AG Funk und Elektronik ihre Ausbildung an der B1.
Wir haben damit wieder ca. 5 freie Plätze innerhalb der AG.

Wenn es – wie am Tag der offenen Tür angesprochen – weiterhin Interessenten an einer Mitarbeit in der AG Funk und Elektronik gibt, dann melden Sie sich einfach über das Kontaktformular der B1-Nürnberg und hinterlassen mir neben Ihrem Wunsch an einer Mitarbeit / Schnupperveranstaltung eine Kontaktmailadresse zur weiteren Terminabstimmung.

Was machen wir?

Wir betreiben Amateurfunk.
Das darf nicht jeder!
Dafür braucht man eine Lizenz (Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst) oder man macht Ausbildungsfunkbetrieb bei einem Funkausbilder.

Wir nehmen an Wettbewerben teil.
An einem europaweiten Wettbewerb für Schulstationen haben wir z.B. 2017 den zweiten Platz in Europa belegt und es hat trotzdem noch Spaß gemacht.

Wir experimentieren mit Antennen, analogen und digitalen Signalen.

Wir experimentieren mit Elektronik.



Anfragen zu Terminen bitte unter Mailkontakt.

09.03.2018 bis 11.03.2018 AATiS-Bundeskongress

09.03.2018 bis 11.03.2018 B1 Nürnberg nimmt beim 33. Bundeskongress für Amateurfunk und Telekommunikation an Schulen in Goslar teil

Jeweils im März findet in der alten Kaiserstadt Goslar, der Bundeskongress für Amateurfunk und Telekommunikation an Schulen statt.

Beim dreitägigen Wochenend-Bundeskongress handelt es sich um eine MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) - Lehrerfortbildung, die vom AATiS e. V. organisiert wird.

Thema der 33. Tagung waren naturwissenschaftlich-technische Projekte zur Unterstützung des MINT-Unterrichts an allgemein- und berufsbildenden Schulen.

Schwerpunkte in 2018 bildeten Telekommunikationsprojekte, Elektronik- und Mikrocontrolleranwendungen, Hard- und Softwaredesignlösungen für Ausbildung und Unterricht.

Teilnehmer dieses Forums sind neben Lehrervertretern aus ausgewählten Schulen, Hochschullehrer, Ingenieure und Wissenschaftler aus der gesamten Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland (z.B. Belgien).

2018 war die B1-Nürnberg mit mir als Teilnehmer erstmals eingeladen und vertreten.

Das dreitägige Intensivseminar hatte eine Informationsdichte, die kaum noch zu überbieten war.

Hier einige Auszüge aus Seminaren und Workshops, die ich besuchen konnte:

Eröffnet wurde die Fortbildungsveranstaltung von den beiden Vorsitzenden des AATiS e. V., Dipl.-Ing. Schönwitz, DL2HSC und

StD Eichler, DJ2AX (v. links nach rechts vorne im Bild).

Dr.-Ing. K. Hansky, DL3HRT startete mit einem interessanten Vortrag zum Thema 160 Jahre Internet – die spannende Geschichte der ersten transatlantischen Telegrafenkabel.

Ein Vortrag der zum Einstieg in die Kapitel Netzwerk- und Telekommunikationsleitungen (Kl. 10 und 12) sowie für Anwendungen aus der Wechselstromtechnik (R-L-C an Wechselspannung 11. Klasse) verwendet werden kann.

Nebenbei erfährt man, dass es seit August 1858 immer wieder Kabelverbindungen zwischen Europa und Amerika gegeben hat, über die ursprünglich digitale Daten (Impulse übertragen wurden). Der Querschnitt der ersten Adern betrug in etwa 2,5mm⊃2; Kupfer.
Küstenkabel waren stabiler als Hochseekabel gebaut, da sie immer wieder durch Schiffsanker, die hervorragenden Halt in den Kabeln fanden, abgerissen wurden.

V. Loose, DK2MT hatte eine Einführung in den 3D-Druck anhand kleiner Werkstücke (hier sonst umständlich durch Zerspanung herzustellenden Verbindungselemente einer Antenne), die sich innerhalb zweier Doppelstunden (Konstruktionsphase mit Open Source Zeichenprogramm und Erstellung des Werkstücks mit dem 3D-Drucker) vorbereitet.


Theresa Thoma, DC1TH (Masterstudentin) stellte unter dem Thema Lernen mit der App die Programmiersprache UNITY (eine Entwicklungsumgebung mit objektorientierter Programmiersprache vorwiegend für 2D- und 3D-Spiele) vor, mit der man Lernspiele programmieren kann.

Hintergrund: Junge Leute lernen nicht weniger, sie lernen anders.

Innerhalb praktischer Arbeitsphasen konnten Teilnehmer an zwei praktischen Workshops (jeweils 90 min) teilnehmen.

Hier zeigte sich, dass auch Lehrer und Wissenschaftler mit richtigem Werkzeug, ohne Arbeitsunfälle und Kollateralschäden umgehen konnten und meine anfänglichen Bedenken, grundlos waren.

Geleitet wurden beide praktische Workshops von Dipl.-Ing. Schönwitz, DL2HSC und StD Eichler, DJ2AX.

Workshop 1:
Teilnehmer mit Amateurfunklizenz hatten die Aufgabe einen Minimal-Sende-Empfänger für Notfunkkommunikation mit einem Colpits-Oszillator als Herzstück - im Wettbewerb, auf Zeit, – aufzubauen und zu betreiben.
Ausgehend vom Szenario es gäbe einen lokalen Stromausfall – mit dem damit heute einhergehenden Ausfall unserer Kommunikationssysteme – müsste Hilfe für einen Verletzten über einen Kurzwellensender angefordert werden. Besondere Schwierigkeit: Es gibt jedoch nur eine Experimentierplatine, etwas Werkzeug (ohne Messgeräte) und ca. 15 elektronische Bauelemente…
Die Lösung: Für Kurzstreckenkommunikation auf Kurzwelle ist ein Sende-Empfänger für das 80 m – Band aufzubauen und eine Nachricht in Telegrafie abzusetzen.


Workshop 2:
Einige Teilnehmer hatten die Möglichkeit den neuen Bausatz AS628 des AATiS e. V. aufzubauen und zu testen. Bei diesem Bausatz handelt es sich um ein mikrocontrollergesteuertes HF-Multimeter, das im Grundbetrieb als Frequenzzähler bis 50 MHz arbeitet, jedoch durch weitere steckbare Sensoren (ebenfalls Bausätze) zum Leistungsmesser, SWR-Brücke, etc. erweitert werden kann. Meiner Meinung nach ein sehr schönes Projekt. Das Projekt benötigt jedoch etwas Vorerfahrung im Löten von Baugruppen.

Workshop 1: Notfunk-Minimal-TRX Workshop 2: HF-Multimeter Workshop 2: HF-Multimeter

In einem weiteren Workshop wurde von Dr.-Ing. Hansky, DL3HRT und Kathrin und Jens Home, DM4JH (im Bild rechts, Liborius-Gymnasium Dessau) unter dem Thema Kartengrüße aus der Vergangenheit ein Unterrichtsprojekt mit dem Hintergrund Datenschutz durch Verschlüsselung vorgestellt.

Dr. Hansky (im Bild li.) sammelt privat Postkarten aus der Zeit um 1920.

In dieser Zeit war es weit verbreitet, dass sich junge Leute um Porto zu sparen statt Briefe, Postkarten geschickt haben.

Damit der Postbote und auch die eigenen Eltern vom Inhalt der Nachricht nichts mitbekommen sollten, wurden diese Karten verschlüsselt beschrieben.

Diese Postkarten mit relativ einfachen Verschlüsselungen nutzt Dr. Hansky als Unterrichtsbeispiele und lässt sie von seinen Schülern entschlüsseln.

Jens Home vom Gymnasium Dessau nutzt im Unterricht die verschlüsselte und in deutsche Sprache übersetzte Wegbeschreibung zum Schatz im Buch „Der Goldkäfer“ von E. A. Poe. Eine Unterrichtsstunde, die selbst in fachfremden Klassen im Rahmen einer Vertretung immer gut angenommen worden sei.

Zeitgleich fanden neben diesen Seminaren viele weitere Workshops, Seminare und Vorträge zum Thema MINT-Unterricht statt.

Das hochwertige Programm und auch der Austausch mit Lehrern anderer Schulen aus dem Bundesgebiet und aus dem benachbarten Ausland machte den notwendigen Aufwand der langen Anfahrt und des arbeitsintensiven Wochenendes wett.

Gerrit Buhe, DL9GFA zeigte den Einsatz der freien Software QUCS zur Elektroniksimulation im Unterricht. Die Software ist in etwa vergleichbar mit LTSpice.


Ein spannender Vortrag zum Thema informationelle Selbstbestimmung von Prof. Franke, DJ6II zeigte die Chancen, Risiken und das Problem der allgegenwärtigen Überwachungskultur auf. Ebenso bekam man einen Einblick welche Daten von Betreibern moderner Kommunikationssysteme aber auch von kriminellen Elementen abgefischt werden könnten.

Im Vortrag wurde auch gezeigt, wie durch den Umbau der Telefonnetze auf VoIP basierende Kommunikation selbst die bisher als sicher angesehene Kommunikation über Fax angreifbar geworden ist. Weiterhin wurde gezeigt, wie Smartphones durch Installation scheinbar harmloser Apps genauso wie moderne PKWs ohne Wissen ihrer Eigentümer „nach Hause“ telefonieren.



Dr. Achim Mester vom Forschungszentrum Jülich stellte die Möglichkeiten der Anwendung elektromagnetischer Induktion anhand vieler Beispiele zur Erkundung des Bodens und für die Bereiche Energienutzung und Klimaschutz vor.

Mittels neuer, ebenfalls auf Induktion basierender Verfahren wie EMI, etc. können Bodenuntersuchungen ohne schädigende Eingriffe in die Natur durchgeführt werden. Ebenso wird man demnächst versuchen die statische Sicherheit von Bauwerken (z.B. Deiche) mittels induktiver Messmethoden zu prüfen.