AG-Funk und Elektronik

Archiv 2024/25

40. Bundeskongress für Amateurfunk und Telekommuni

Ein Wochenende voller Technik, Bildung und Praxis in Goslar

Vom 7. bis 9. März 2025 fand der 40. Bundeskongress für Amateurfunk und Telekommunikation an Schulen in Goslar statt. Die Veranstaltung lockte zahlreiche Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Ingenieure an, die sich über neueste Entwicklungen im Bereich Amateurfunk, Telekommunikation und MINT-Bildung austauschten.


Freitag: Anreise und Eröffnung

Bereits am Freitagnachmittag trafen die Teilnehmenden im Haus Zeppelin ein und wurden von Renate Strüver mit einem Kreativprogramm empfangen. Anschließend fand die Mitgliederversammlung des AATiS statt, bevor es mit einer Vorstellung des Tagungshauses sowie der Referenten weiterging. Die Teilnehmenden wurden in Gruppen eingeteilt, um einen strukturierten Ablauf für das Wochenende zu ermöglichen.

Den fachlichen Abschluss des ersten Seminartags bildete um 20:00 Uhr der Abendvortrag von Dr. Martin Rothe (DF3MC) mit dem Titel „Was Sie schon immer über Herzschrittmacher wissen wollten“. Der Vortrag gab spannende Einblicke in die Funktionsweise und technische Entwicklung dieser lebenswichtigen Medizingeräte.

Samstag: Vorträge und Workshops

Nach einem gemeinsamen Frühstück startete das Programm am Samstag mit einer Reihe hochinteressanter Vorträge und Workshops:Mathias Dahlke (DJ9MD) führte in seinem Workshop „Corner-Light“ (WS1) in die Welt der Lichtsignale ein.


Leon Hellmich (DL3ON) berichtete in seinem Vortrag „Jugendarbeit in der IARU“ (V2) über die Förderung junger Amateurfunker.

Dr. Karsten Hansky (DL3HRT) und Ulrich Pöggel (DL5OAU) stellten das neue AATiS Photonik-Projekt ELiSE (WS2) vor, mit dem Lichtkommunikation erforscht wird und auf dem weitere Unterrichtseinheiten für den Einsatz im Schulunterricht folgen werden.


Prof. Dr. Harald Gerlach (DL2SAX) erklärte in V3, wie Amateurfunk zur Begabtenförderung beitragen kann.Mika Köching (DL8MIK) präsentierte in V4 das spannende Thema „Miniballons: Für 10 € in die Tropopause und zurück“, wobei der praktische Teil des Experiments für den Sonntag geplant war.

Nach einer Mittagspause folgten weitere Workshops und Vorträge:Jens Home (DM4JH) zeigte in WS3, wie mit weniger als 5 Gramm Nutzlast Ballons um die Welt geschickt werden können.

Prof. Dr. Harald Gerlach (DL2SAX) informierte in V5 über den Planungsstand eines neuen Amateurfunksatelliten.

Volker Torgau veranschaulichte in WS4 die Funktionsweise der additiven Farbmischung mit LEDs.


Besonders spannend war V6, in dem Paul Reuvers (PE1BXL) und Marc Simons (PE1RRT) die Geheimnisse der Enigma-Verschlüsselung lüfteten.


Am Abend begeisterte Dr. Safia Ouazi (DO1OS) mit ihrem Vortrag V7 über das FUTURA-Projekt, das sich mit Radioastronomie und MoonBounce für Schulen beschäftigt.

Sonntag: Praxis und Experimente

Am Sonntagmorgen startete der Tag mit praxisorientierten Workshops:Tom Förster vermittelte in WS7 praktische Techniken der trigonometrischen Geländevermessung und die Einbindung in den Mathematikunterricht (Sinus- und Cosinus-Satz).


Mika Köching (DL8MIK) setzte seinen Vortrag vom Vortag fort, indem er in WS6 die Umprogrammierung professioneller Wettersonden demonstrierte. Anschließend wurden auf dem Außengelände Wetterballons mit AFu-Nutzlasten und Kamera bzw. Sensoren gestartet.

Ein Vertreter für Wolfgang Förtsch (DK4MZ) leitete WS8, in dem ein Kleinstspannungsdurchgangstester mit SMD-Bauteilen gebaut wurde.

Parallel dazu fand der offene Workshop WS5 von Dorothee Mester statt, der sich mit versteckter Mathematik in Alltag und Natur beschäftigte.



Fazit und Ausblick

Der 40. Bundeskongress bot eine perfekte Mischung aus Theorie und Praxis und zeigte eindrucksvoll, wie spannend und vielfältig Amateurfunk und Telekommunikation in der schulischen Bildung eingesetzt werden können. Die Teilnehmenden nahmen nicht nur neues Wissen, sondern auch wertvolle Kontakte und Ideen für eigene Projekte im Unterricht mit.



Text und Bilder: Stephan Vogl

Europatag der Schulstationen 2025

Europatag der Schulstationen mit Funkbingo der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Jährlich am 5. Mai findet seit mittlerweile 26 Jahren der Europatag der Schulstationen statt.

Veranstaltet wird der Europatag vom Arbeitskreis Amateurfunk in der Schule e. V. (www.aatis.org), dem an Elektronik interessierte Lehrer und Diplomingenieure angehören.

Die Aktivitäten sollen dazu beitragen, dass interessierte, junge Leute Spaß an MINT-Aktivitäten wie dem Amateurfunk und der Elektrotechnik finden, indem sie von ihren Schulstationen aus unter Benutzung eines Ausbildungsrufzeichens am Funkbetrieb der Funkamateure teilnehmen.

Der Europatag bildete bei uns im Berufsbereich Energie- und Gebäudetechnik das Abschlussprojekt im Fach Kommunikationstechnik der 12. Klassen, bei dem die Grundlagen der HF-Ausbreitung, Frequenzbereiche, Antennenbauformen, digitaler und analoger Kommunikation wiederholt und praktisch erprobt werden konnten.

Ziel war es, möglichst viele Kontakte mit Stationen aus Europa, besonders Schulstationen oder Ausbildungsstationen zu erreichen. Die Verbindungen konnten in Fonie oder Digitalmodes, durchgeführt werden.

Als teilnehmende Stationen waren Schulstationen aus Deutschland, Österreich, Italien, Südtirol, Litauen, etc. gemeldet. Zusätzlich war die Funkstation auf der Neumeyer Station in der Antarktis aktiv, die wir allerdings mangels Sendeleistung und zu kleinen Antennen nur hören konnten.

Leider fiel der geplante Distanzunterrichtsversuch („Katastrophenschutzübung“ zum Trainieren der Online-Unterrichtsfähigkeiten) mit dem Europatag zusammen, so dass viele Schüler im Online-Unterricht gebunden waren. Dennoch haben es einige, wenige Schüler der EFE12-Klassen geschafft, nach dem Homeschooling noch an die Schule zu kommen, um an dem lange vorher vorbereiteten Projekt teilzunehmen.

Am Ende des Contests standen für unsere Azubis ca. 300 km überbrückte Entfernung in der UKW-Klasse im Logbuch.

Wir Funkausbilder haben ca. 2700 km überbrückte Funkentfernungen in der UKW-Klasse erreicht.

Obligatorisch war wieder ein Gedankenaustausch von unseren Azubis mit den Studenten der Ohm-Hochschule und der Wunsch nach weiteren gemeinsamen Projekten.

Herzlicher Dank ergeht an die zahlreichen Gegenstationen, die sich Zeit für uns genommen haben und natürlich an Hajo, DL9NEE der uns auch heuer wieder ehrenamtlich unterstützt hat.

Wie geht es weiter und wer hat gewonnen? Die eingesandten Logfiles werden ausgewertet und danach erfolgt die Bekanntgabe der Ergebnisse.

Wir werden auf der Homepage weiter berichten…

Text: Stephan Vogl




Funkbingo der Technischen Hochschule Nürnberg

Zum Ende des Europatages der Schulfunkstationen haben sich Prof. Lauterbach und Maximilian Bundscherer von der Ohm-Hochschule noch eine Besonderheit einfallen lassen:
Ein Funkbingo zur Erinnerung an Simon Marius.
Simon Marius, hat 1609 zeitgleich mit Galilei und anderen erste astronomische Beobachtungen mit einem Teleskop gemacht und dabei die Jupitermonde beobachtet.
In seinem 1614 in Nürnberg auf Latein erschienenen Buch „Mundus Iovialis“ - Die Welt des Jupiter - hat er wichtige astronomische Erkenntnisse zu den Bahnen der Monde veröffentlicht, woraus sich auch starke Hinweise darauf ergaben, dass die Erde und der Jupiter beide die Sonne umkreisen.
Simon Marius ist 1624 (also vor ca. 400 Jahren) verstorben. Zur Erinnerung an diesen genialen Ansbacher Hofastronomen hat die Simon Marius Gesellschaft Nürnberg (www.simag-ev.de), die Fachgruppe Radioastronomie der Astronomischen Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg und der DARC-Ortsverband Nürnberg-Süd (B11) ein Funk-Bingo veranstaltet.
Aus dem Werk „Die Welt des Jupiter“ von Simon Marius wurden 5 Textpassagen in Morsetelegrafie, Funkfernschreiben und BPSK31 übertragen.
Die Textpassagen mussten empfangen, decodiert, in richtige Reihenfolge geordnet und eingereicht werden. Die Textpassagen lauteten:
Der Jupiter wird von den Dichtern am meisten wegen unerlaubter Liebesverhaeltnisse beschuldigt.
Am meisten werden aber drei junge Frauen genannt, zu denen Jupiter durch heimliche Liebe erfasst wurde,
naemlich Io, die Tochter des Flussgottes Inachos, hierauf Kallisto, die Tochter des Lykaon, und dann Europa, die Tochter des Agenor; allzu heiß liebte er gar auch den wohlgestalteten Knaben Ganymedes, den Sohn des Koenigs Tros,
und zwar so sehr, dass er ihn in der Gestalt eines Adlers auf seinen Schultern in den Himmel gebracht hat; so erzaehlen es die Dichter in ihren Sagen, vor allem aber Ovid.
Deswegen scheint es mir passend, den ersten Mond Io zu nennen, den zweiten Europa, den dritten wegen seines herrlichen Glanzes Ganymedes, schließlich den vierten Kallisto.
Diese Namen fasst das folgende lateinische Distichon zusammen: Io, Europa, Ganymedes,puer, ateque, Kallisto lascivo ernimium ter plaquere jovi.

Wer die Botschaft komplett empfangen hatte, konnte an einem Wettbewerb der Simon Marius Gesellschaft teilnehmen und ein Exemplar des Buchs von Simon Marius in deutscher Übersetzung gewinnen.
Das Buch ging an ein Mitglied der AG Funk und Elektronik der B1-Nürnberg.

Text: Stephan Vogl
Bild: Aus Simon Marius Mundus Iovalis – Die Welt des Jupiter -




AG Funk-Elektronik erfolgreich bei "Jugend testet

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Funk und Elektronik der Beruflichen Schule 1 in Nürnberg hat im Rahmen des bundesweiten Schülerwettbewerbs „Jugend testet“ ein praxisnahes und technisch fundiertes Projekt durchgeführt. Ziel war es, geeignete Tauchsieder für den zukünftigen Einsatz in schulischen Experimenten zu evaluieren.

Im Mittelpunkt des Wettbewerbsbeitrags stand die Frage, welches Modell den schulischen Anforderungen am besten gerecht wird. Zwei Tauchsieder deutscher Hersteller mit einer Leistung von etwa 350 Watt wurden systematisch getestet. Die Beurteilung erfolgte nach einem klar definierten Kriterienkatalog, der Aspekte wie Anschaffungspreis, Qualität der Verarbeitung, mitgeliefertes Zubehör, elektrische Sicherheit nach DIN VDE, Ergonomie, elektrische Leistung und Wirkungsgrad umfasste. Insgesamt konnten bis zu 100 Punkte erreicht werden, wobei die elektrische Sicherheit mit 30 Punkten sowie einem KO-Kriterium besonders stark gewichtet war.

Die beiden getesteten Modelle schnitten insgesamt gut ab: Testobjekt A erreichte 85 von 100 Punkten und lag damit leicht vor Testobjekt B, das 81 Punkte erzielte. Ausschlaggebend für den Vorsprung war ein etwas besserer Wirkungsgrad bei der Wärmeübertragung sowie eine höhere elektrische Sicherheit bei Testobjekt A.

Ein interessantes Ergebnis der Untersuchung war, dass sich beide Tauchsieder trotz unterschiedlicher Hersteller nahezu identisch zeigten – selbst Beschriftungen wie „Type 201“ und „IPX7“ waren an den gleichen Stellen angebracht. Dies legt nahe, dass es sich möglicherweise um baugleiche Geräte handelt, die unter verschiedenen Marken angeboten werden.

Mit ihrem sorgfältig durchgeführten Vergleichstest hat die AG nicht nur ein hochwertiges Gerät für den Schülereinsatz identifiziert, sondern auch eindrucksvoll gezeigt, wie technisches Interesse und wissenschaftliches Arbeiten im schulischen Kontext miteinander verbunden werden können. Beide Geräte werden für den schulischen Einsatz uneingeschränkt empfohlen.

Die Teilnahme am Wettbewerb „Jugend testet“ war für die Mitglieder der AG eine wertvolle Erfahrung, die sowohl technisches Know-how als auch Teamarbeit und Projektorganisation förderte.


Text: Stephan Vogl

Bild: Urkunde von Stiftung Warentest, Fotos Stephan Vogl




AG Funk und Elektronik auf der Messe ELTEC 2025

Von 20.05.2025 bis 22.05.2025 fand auf dem Nürnberger Messegelände die Fachmesse für Elektro- und Energietechnik statt.

Die Klassen EFE11c und EG10h mit einigen Mitgliedern der AG Funk und Elektronik besuchten in Begleitung das im Zweijahresrhythmus stattfindende Event.

Auf der Messe konnten wir nicht nur ausprobieren, testen, fragen, diskutieren und uns informieren, sondern auch zu verschiedenen Themenbereichen der Elektrotechnik Versuche / Aufbauten durchführen.

So konnte man zum Beispiel im ELTEC- Techno Camp nach Absolvieren von mehreren Stationen mit theoretischen und praktischen Aufgaben ein Zertifikat erwerben und nützliche Dinge wie Werkzeug und Material für die Elektroinstallation erhalten.

Das Angebot auf der Messe war riesig: Beleuchtungstechnik, Photovoltaik, Elektromobilität, Smart Home (KNX, TCP/IP, Netzwerktechnik, Schaltanlagen- und Verteilungsbau, Messtechnik sowie ein umfangreiches Vortragsprogramm rundeten die Gesamtveranstaltung ab.

Dank an die Schulleitung für die Freistellung zum Messebesuch und Dank an Elektroinnung bzw. Landesinnungsverband für das Sponsoring der Schüler-Eintrittskarten.



Text: Stephan Vogl
Bilder: Stephan Vogl